Nach den vielen Anfragen von meinen lieben Verwandten, schicke ich euch mal schnell ein kleines, erstes Blog-Lebenszeichen in die Heimat.
Gerade sitze ich in einem netten, kleinen Hostal irgendwo in der Mitte dieser RIESIGEN Stadt und bin noch ein wenig überfordert mit dieser wirklich fremden, aber sehr interessanten Welt.
Fremd wirke anscheinend auch ich auf die Leute von hier. Speziell die Kinder mustern einen mit solch verwunderten und interessierten Blicken , dass mir oft das Lachen kommt. Steht man im Bus, kann es passieren, dass sie die Augen während der gesamten Busfahrt nicht von einem nehmen und angestrengt versuchen auch die Aufmerksamkeit ihrer Eltern auf diese seltsam aussehende Person zu lenken.
Nach der zweiten Nacht hier, habe ich mich einigermaßen von dem dem ca. 25-stündigen Reisetrip, unzähligen Security-Checks an den Flughäfen, dem doch recht grantigen und unfreundlichen Flughafenpersonal, dem 8 h-langen Warten auf den Anschlussflug in Atlanta usw. gut erholt.
Aber es wäre ja langweilig, wenn alles so klappen würde, wie man es sich vorstellt:
Denn eigentlich sollte ich euch nicht von einem Hostal aus, die ersten Berichte schicken, sondern von dem netten Häuschen, dass mir per Internet von einem mexikanischen Studenten namens Juan Pablo versprochen worden ist. Nun wurde mein großer Wunsch nach einer Dusche und einem Bett nach meiner Ankunft leider doch nicht so schnell erfüllt wie gedacht. Als wir (3 meiner künftigen Uni, die mich vom Flughafen abgeholt haben und ich) endlich die Calle San Martín gefunden hatten, fanden wir ein Haus im total Chaos wieder. Von unten bis oben mit Gerümpel "eingerichtet" und inmitten der ärgsten Bauarbeiten. Zu müde jedoch, um mich darüber zu ärgern, meinte Juan Pablo, ich könne ja die erste Zeit am Boden schlafen. Das war dann in diesem Moment doch nicht unbedingt das, was ich hören wollte und somit erkundigte mich dann schnell nach einer anderen Möglichkeit, da der harte Fließboden nicht wirklich sehr einladend auf mich wirkte. Zu guter Letzt brachten sie mich dann alle hier ins "Casa Libertad", wo ich es mir mal fürs erste gemütlich mache.
Nach 11 h Schlaf, einer ausgiebigen Portion Kaffee und 0 Stadtkenntnissen, habe ich mich dann gestern Nachmittag das erste mal auf den Weg in das turbulente und chaotische Stadtinnere gewagt, um mir einen Adaptor für die Steckdose zu besorgen, den ich natürlich im stressigen Packeifer vergessen hatte. Was sich dann im Nachhinein aber als ziemliche Herausforderung herausgestellt hat, da dieses Vorhaben mit kleinen Verschnaufspausen ca. 4 h in Anspruch genommen hat. Im 6. Elektrogeschäft schlussendlich ist der dortige Verkäufer mit mir ins 7. gegangen, wo ich dann vor lauter Freude gleich 2 kaufte (zum Schnäppchenpreis von 50 Cent pro Stück.), noch immer ziemlich verwundert, warum für ein solches Gerät in einer 5 Mio.-Einwohnerstadt nicht wirklich ein Bedarf besteht.
Also dann ... das war's auch schon fürs erste.
Haltet mir die Daumen, dass ich bald eine fixe Bleibe finden werde ...
Und hier noch ein Foto vom Stadtzentrum - die Kathedrale von Guadalajara.
Los primeros saludos desde Mexico!
D a n i